Workshop der Akteure in der Jugendregionalentwicklung zur Jugendbeteiligung im ländlichen Raum

 


Heute möchten wir euch von einem ganz besonderen Workshop berichten, der am 29. April im Jugendzentrum „Am Zug“ in Kirchberg stattgefunden hat. Ziel war es, gemeinsam mit wichtigen Akteur:innen der Jugendarbeit im Hunsrück die Perspektive auf Jugendbeteiligung zu schärfen und die digitale Plattform "aula" für unser Projekt anzupassen. Wer noch einmal nachschlagen will, was aula ist - hier der Link zu einem früheren Beitrag Hunsrück-aula.


Kreativität und Austausch mit Lego® Serious Play®

Um uns dem komplexen Thema Partizipation auf eine neue Art zu nähern, setzten wir auf die innovative Methode Lego® Serious Play®. Was im ersten Moment nach Kinderspiel klingt, ist ein leistungsstarkes Werkzeug, um komplexe Ideen zu visualisieren und den Austausch zu fördern.

Nach einem spielerischen Warm-up, bei dem alle Teilnehmenden eine "Ente mit Special-Feature" aus Lego bauen mussten (und dabei viel über Abstraktion und die Kraft der Erzählung lernten!), ging es ans Eingemachte. In verschiedenen Übungen bauten die Akteur:innen Modelle, die ihre Vorstellungen von Partizipation und den idealen "aula"-Prozess im Hunsrück darstellten.


Zentrale Erkenntnisse für den "aula"-Prozess

Der Workshop lieferte wertvolle Einsichten, wie der Partizipationsprozess für junge Menschen im Hunsrück optimal gestaltet werden kann. Die Modelle und Diskussionen zeigten, wie wir Ideen fördern, umsetzen und langfristig begleiten können:

  • "Wilde Ideen" als Schätze heben: Es ist wichtig, den Ideenfindungsprozess aktiv anzustoßen und nicht nur darauf zu warten, dass Ideen von selbst entstehen. Ideen, die nicht sofort umgesetzt werden, sollen in einem "Ideenspeicher" gesammelt werden – nichts geht verloren! Der Startpunkt für unser Projekt soll ein "catchy" Event sein, dessen Planung idealerweise schon über "aula" erfolgen kann.
  • Breites Unterstützerfeld für die Ausarbeitung: Junge Menschen sollen bei der Ausarbeitung ihrer Ideen auf ein Netzwerk von Unterstützer:innen zugreifen können. Kooperation und Vernetzung der Akteur:innen sind hier entscheidend, um Synergieeffekte zu nutzen.
  • Transparente Überprüfung der Umsetzbarkeit: Ein Gremium aus Vertreter:innen der Verbandsgemeinden soll über die Umsetzbarkeit von Projekten entscheiden. Wichtig ist dabei, dass dies auf Basis klarer Kriterien und aus möglichst vielen unterschiedlichen Blickwinkeln geschieht.

  • Ressourcen und vielfältige Perspektiven für die Umsetzung: Für die Realisierung von Projekten sind alle benötigten Ressourcen, inklusive vielfältiger Funding-Möglichkeiten (Fördergelder, Spenden, Crowdfunding), unabdingbar. Es muss klar definiert werden, was Jugendliche selbst stemmen können und wofür Unterstützung durch Fachfirmen oder Begleiter:innen nötig ist.

  • Begleitung und Supervision ("After Sales"): Laufende Projekte sollen durch ein Buddy-System begleitet werden, bestehend aus engagierten Freiwilligen, Eltern oder ehemaligen "Profiteur:innen". Die Vernetzung dieser Personen ist entscheidend, um Erfahrungen weiterzugeben und die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen.


Jung und Alt: Gemeinsame Visionen, unterschiedliche Wege

Ein spannender Punkt war der Abgleich mit den Ergebnissen aus früheren Jugend-Workshops. Es zeigte sich: Die Visionen der Jugendlichen und der Akteur:innen überschneiden sich stark, besonders im Wunsch nach einem "Start mit einem Banger" (Jugendliche) bzw. einem "Event" (Akteure).

Interessante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Bewertung der Umsetzbarkeit. Während Jugendliche bereits um die 'langsamen Mühlen der Verwaltung' wissen, wiesen die Akteur:innen auf jahrzehntelange Erfahrungen mit herausfordernden, 'verkrusteten Strukturen' hin. Für die Jugendlichen steht die zeitnahe und kriteriumsbasierte Unterstützung im Vordergrund – unabhängig davon, wer die Freigabe erteilt. Die Akteur:innen hingegen sehen die finanzielle Freigabe aus Erfahrung weiterhin stark an öffentliche Verwaltungen gebunden. Diese Differenz ist eine zentrale Erkenntnis für die Weiterentwicklung unseres Projekts!


Ausblick: Gemeinsam mit "aula.de" in die Zukunft

Die Ergebnisse dieses wertvollen Workshops fließen nun direkt in die Gespräche mit "aula.de" ein. Unser Ziel ist es, eine passgenaue und erfolgreiche digitale Partizipationslösung für das Projekt "Jugend im Hunsrück" zu entwickeln.

Ein großes Dankeschön möchte ich allen Teilnehmenden am Workshop für die tolle Mitarbeit aussprechen. In ganz besondere Weiße gilt unser Dank Dave Sindhu und dem Team vom Jugendzentrum "Am Zug", die neben der aktiven Teilnahme auch gleich die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.

Ich freue mich darauf, euch bald weitere Fortschritte und spannende Projekte unserer Hunsrücker Jugend vorstellen zu können! Bleibt dran und engagiert euch!

Viele Grüße
Tim

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